Mauro Passos stand im Fußball-Stadion, als ihm eine zukunftsträchtige Idee kam. Wie so oft in Brasilien war die Temperatur auf fast unerträgliche Höhen geklettert. Warum also, dachte sich Passos, nicht die gewaltige Kraft der Sonne für die Fußball-WM 2014 nutzen und die Stadiondächer mit Solarenergie ausrüsten? Die Idee für die Initative América del Sol war geboren.
Die Potentiale für Sonnenenergie sind in Brasilien groß. Die Wirtschaft wächst seit Jahren und blieb selbst von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise fast unbeeindruckt. Auch die Bevölkerungszahl steigt und wird im WM-Jahr 2014 bei 200 Millionen liegen. Entsprechend stark steigt der Energiebedarf in dem südamerikanischen Land. „Brasilien setzt auf erneuerbare Energien und produziert bereits Strom aus Biomasse, Wasser- und Windkraft“, berichtet Dirk Assmann von der GTZ in Brasilien. „Aber die Nutzung der Solarenergie steckt noch in den Kinderschuhen.“ In Deutschland wird fast 30 Mal so viel Strom aus Sonnenkraft produziert wie in Brasilien. Dabei gibt es selbst in Porto Alegre, wo das Wetter schlechter ist als an allen anderen brasilianischen WM-Standorten, 40% mehr Sonnenstrahlung als im sonnenverwöhnten München.
Für sein ambitioniertes Projekt konnte Mauro Passos, Leiter der Nichtregierungsorganisation Instituto Ideal (Institut für die Entwicklung alternativer Energie in Lateinamerika) schnell Partner aus Brasilien und Deutschland gewinnen. Energievorsorger und Stadionbetreiber reisten nach Deutschland, um sich unter anderem im Bremer Fußballstadion von der Effizienz und Zuverlässigkeit der Solartechnik zu überzeugen. „Der Umbau des Mineirão-Stadions in Belo Horizonte, in dem wahrscheinlich das WM-Eröffnungsspiel stattfindet, wird Anfang 2011 beginnen“, so Dirk Assmann. „An weiteren Orten läuft die Planung auf Hochtouren.“ Im Auftrag des BMZ begleiten und finanzieren GTZ und die KfW Entwicklungsbank den Umbau der Stadien. Deutsche Unternehmen liefern dafür die Technologie.
Fußball ist eine Leidenschaft der Brasilianer – im Jahr 2014 können sie diese Begeisterung im eigenen Land leben. Gleichzeitig wird Brasilien sich der Weltöffentlichkeit als modernes Land präsentieren. Mauro Passos und die 200 Millionen Brasilianer werden zufrieden sein.
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