Der Konflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz ist ungelöst – und verschärft sich beim Kampf um natürliche Ressourcen. Öl, Wasser, Land und Metalle werden knapper und die Zahl der Nachfrager steigt.
Es gibt aber Alternativen: Ideen und Beispiele für die Erschließung, die Schonung und das Recycling von Ressourcen. Das neue Jahrbuch Ökologie zeigt, wie wir vom »Ressourcenfieber« befreit werden können, wie die Wirtschaft schlanker und die Gesellschaft genügsamer werden können.
Klimawandel, Ressourcenknappheit und daraus resultierende ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen sind aktuelle Themen, die im gerade erschienenen Jahrbuch Ökologie 2010 angesprochen werden. Ein Schwerpunkt in dem Buch ist der Konflikt um den Abbau, die Verteilung und das Recycling von Ressourcen.In ihrem Beitrag „Ressourcenfieber“ – Zeit zur Abkühlung geben Dr. Rainer Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung am Öko-Institut, und Dr. Matthias Buchert, Leiter des Bereichs Infrastruktur & Unternehmen im Öko-Institut, einen historischen Überblick zu Konflikten. Die Nachfrage nach Ressourcen bleibt trotz Wirtschafts- und Finanzkrise hoch. Die Experten beschäftigen sich mit der Frage, wie im 21. Jahrhundert nachhaltige Ressourceneffizienz erreicht werden kann.
Der Mobilitätsbedarf in Entwicklungsländern wird größtenteils durch Export gebrauchter Güter gedeckt. Welche ökologischen Folgen damit verbunden sind und welche Nachteile die „Abwrackwirtschaft“ mit sich bringt, erläutern Andreas Hermann und Dr. Hartmut Stahl in ihrem Beitrag. Jedes Kilogramm an Platin und anderen Metallen, das nicht über Recycling wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden kann, wird zum Beispiel durch Primärförderung mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen bereit gestellt. Die Übertragung westlicher Verkehrspolitiken auf Entwicklungsländer stellt ein weiteres Problem dar, worauf in dem Beitrag eingegangen wird.
In Ländern, deren Bodenschätze einen hohen Anteil am Export haben, verschärfen sich Konflikte um die Verteilung der Einkünfte. Andreas Manhart, Geograph und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Öko-Institut, stellt Lösungskonzepte vor, die den Markt für „faire Rohstoffe“ öffnen. Er erklärt zudem, warum es bisher im Bereich der metallischen Rohstoffe ausschließlich für Gold und Silber Nachhaltigkeitszertifizierungen gibt.
Das Jahrbuch Ökologie setzt weitere spannende Akzente: So stellt beispielsweise die Expansion und Effizienz von erneuerbaren Energien wie Bioenergien ein weiteres Schwerpunktthema dar. In einem anderen Beitrag wird auf das niedersächsische Bioenergiedorf Jühnde hingewiesen, das seinen Strom- und Wärmebedarf durch die Nutzung von erneuerbarer Energien komplett selbst deckt. Der Leser gewinnt durch die Lektüre einen Einblick in das breite Spektrum ökologischer Themen. nj
Das Jahrbuch Ökologie 2010 ist am 1. September 2009 erschienen. Das Inhaltsverzeichnis und ausgesuchte Beiträge (zum Download) finden Sie hier
Günter, Altner et al. (Hrsg.): „Jahrbuch Ökologie 2010“, Verlag Hirzel, Stuttgart 2009, 248 Seiten, 19,80 Euro. ISBN 978-3-7776-1768-8
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02.09.2010
«Süddeutsche»: Umweltministerium rügt Atomgutachten
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01.09.2010
EIB: First carbon credits from wind farms in Estonia and Lithuania
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dena: Ausbau europäischer Stromnetze für Erneuerbare Energien dringend notwendig
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31.08.2010
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