Berlin - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat zur Eröffnung der Grünen Woche die Verantwortung von Agrarwirtschaft und Ernährungsindustrie bei der Bewältigung des Klimawandels unterstrichen. Auch die Landwirtschaft müsse die Chance ergreifen und Teil der Lösung sein, sagte die Ministerin am Donnerstag bei der Eröffnung der 75. Grünen Woche in Berlin.
Sie wolle bei einem Gipfeltreffen mit Kollegen aus aller Welt Grundlagen für ein Arbeitsprogramm zur Bewältigung des Klimawandels durch die Landwirtschaft diskutieren. Erwartet werden 56 Minister. «Langfristiges muss unser Ziel sein, die Klimaeffizienz in der Agrarproduktion und gleichzeitig die Erträge zu verbessern», sagte Aigner. Der Klimawandel bringt Chancen und Risiken mit sich.
Aigner will sich bei der Neuordnung der EU-Agrarfinanzen dafür einsetzen, dass deutsche Bauern auch nach 2013 starke Subventionen erhalten. «Ich werde für die Interessen der deutschen Landwirte in Brüssel kämpfen.» Es gehe um eine verlässliche Finanzgrundlage bei direkten Beihilfen und bei Mitteln für die Entwicklung ländlicher Regionen. Die Leistungen der Bauern für Klimaschutz müssten stärker unterstützt werden. Sonnleitner sagte, ein Direktausgleich sei existenziell nötig, wenn Umweltschutzauflagen für Landwirte nicht über Lebensmittelpreise honoriert würden.
Aigner will nicht für einen Verzicht von Fleisch zugunsten von mehr Klimaschutz werben. «An Verzichtsappellen beteilige ich mich nicht», sagte sie. «Zu einer gesunden Ernährung gehöre eine breite Palette. Wir haben eher ein Problem, dass wir mit Übergewicht insgesamt zu kämpfen haben.» Aigner hatte nach Weihnachten dazu aufgerufen, ausgewogen zu essen und auf die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verwiesen. Darin wird nur zwei bis drei Mal Fleisch pro Woche empfohlen. Der Bauernverband hatte dies so verstanden, als hätte Aigner zum Fleischverzicht aufgerufen. Sonnleitner hält dies nun für ausgeräumt. Man könne auch in Zukunft Fleisch «ohne schlechtes Gewissen» genießen.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte Strafen für mangelnden Umweltschutz. «Die Zahlungen müssen drastisch gesenkt werden», sagte Künast der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die volle Höhe soll nur bekommen, wer ökologische Kriterien erfüllt.» Die Ex- Verbraucherministerin forderte auch eine Klimaschutz-Kennzeichnung von Produkten. «Ein Öko-Label muss Pflicht werden.»
Am 16. Januar werden sich auf der Grünen Woche Agrarminister aus aller Welt treffen. Unter dem Motto "Landwirtschaft und Klimawandel – neue Konzepte von Politik und Wirtschaft" werden auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) Wege aufgezeigt werden müssen, wie die Landwirtschaft den Herausforderungen des Klimawandels begegnen will. Weitere Informationen auf den Seiten des BMELV
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