Zwei Tage lang diskutieren am 28. und 29. Januar 2010 über 500 Teilnehmer aus allen Bereichen von Politik und Gesellschaft im Rahmen der Konferenz „Wachstum im Wandel“ über Alternativen zu einem rein auf quantitativen Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystem. Ziel der Konferenz ist es, Lösungsansätze für eine ressourcenschonende, sozial verträgliche und fair gestaltete Wirtschaftsweise anzudenken.Initiiert wird die Konferenz vom österreichischen Lebensministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt, dem Bundesministerium für Finanzen, dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie zahlreichen weiteren Partner-Institutionen.
„Der Klimawandel und die Endlichkeit der meisten Ressourcen verlangen von uns eine Wirtschaftsweise, die in Zukunft Wohlstand und Lebensqualität für alle Menschen bringt. Nicht das BIP alleine ist das Maß aller Dinge. Wohlstand und Lebensqualität haben auch andere Parameter, die nicht entsprechend berücksichtigt werden. Die Ökosoziale Marktwirtschaft dient schon seit 20 Jahren als Richtschnur für nachhaltiges, verantwortungsvolles Wirtschaften. Mit dieser Konferenz wollen wir ein deutliches Zeichen setzen: Im Rahmen einer breiten öffentlichen Debatte diskutieren wir Maßnahmen, die wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Sicherung der Lebensqualität der Menschen ermöglichen sollen“, erklärt Umweltminister Niki Berlakovich, der am Donnerstag die Konferenz eröffnet.
Neben Umweltminister Berlakovich erwartet die KonferenzteilnehmerInnen am ersten Konferenztag ein breites Spektrum an interessanten GesprächspartnerInnen: Die Globalisierungsforscherin Saskia Sassen wird in ihrer Keynote auf die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum und Globalisierung eingehen. Der Ökonom Paul Schreyer von der OECD wird darüber berichten, welche neuen Maßzahlen zusätzlich zum BIP dabei helfen sollen, den Wohlstand und die Lebensqualität einer Gesellschaft besser abzubilden. Der Präsident des Club of Rome, Ashok Khosla, diskutiert gemeinsam mit Vertretern der EU und der UNIDO sowie den Vorständen von REWE und Bank Austria über die Frage, welche Art von Wirtschaftswachstum langfristig sozialverträglich und ökologisch ist. In weiteren Diskussionsrunden zu den Themen Geld und Finanzsystem, Wachstum und Ressourcenverbrauch, soziale Gerechtigkeit und Armut, nachhaltige Produktion und Konsum sowie regionale Aspekte nehmen u.a. teil: Der kanadische Wachstumsforscher und Professor für Ökonomie, Peter Victor, sowie Bruce Robinson, der sich für ASPO Australia seit Jahren mit dem globalen Fördermaximum von Öl und Gas sowie dessen Zeitpunkt und Folgen beschäftigt.
Welche Potenziale die geplante EU-2020-Strategie für eine nachhaltige Entwicklung bietet, erläutert John Hontelez, Generalsekretär des Europäischen Umweltbüros, am zweiten Tag der Konferenz. Felix Ekardt, Professor für Umweltrecht und Rechtsphilosophie, spricht in seiner Keynote zum Thema Wirtschaftswachstum, Verteilungsgerechtigkeit und Lebensqualität. In den fünf darauf folgenden Diskussionsrunden zu den Themen makroökonomische Fragen, Lebensqualität und Messung von Wohlstand, Arbeit, Governance sowie nachhaltiges Management diskutiert beispielsweise Juliet B. Schor, eine US-Soziologieprofessorin, die seit Jahren zu den Themen Arbeit, Freizeit und Konsum forscht. Der Fokus von Saamah Abdallah von der britischen new economics foundation, einem think and do tank für alternatives Wirtschaften, liegt hingegen auf der Entwicklung von neuen Messinstrumenten für Fortschritt und Wohlergehen. Er berät auch die Eurostat in Luxemburg.
Alle Informationen zur Konferenz sowie die Vorträge der ReferentInnen gibt es auf www.wachstumimwandel.at. Eine Fortsetzung der Initiative „Wachstum im Wandel“ ist geplant.
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