Der NABU fordert eine verstärkte Humusförderung und Kohlenstofffixierung in landwirtschaftlich genutzten Böden.
In einer Studie zeigt der NABU auf, welche Möglichkeiten zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft bestehen und mit welchen Maßnahmen die Politik darauf reagieren sollte. Bei der Analyse der bisherigen Situation und Trends wird deutlich, dass sich der agrarpolitische Beitrag zum Klimaschutz bislang auf Nebeneffekte im Rahmen verschiedener Umweltrichtlinien beschränkt.
Demgegenüber gibt es zahlreiche ungenutzte Potenziale sowie Fehlentwicklungen im Bereich Landnutzungsänderungen, die künftig besser kontrolliert und reguliert werden müssen. Auf Basis des derzeitigen Wissensstands wird in der Studie empfohlen, die Prioritäten auf Klimaschutzmaßnahmen zu legen, die ein hohes Reduktionspotenzial und klare Vorteile für die Erreichung weiterer Umwelt- und Naturschutzziele haben.
Moorflächen müssen geschützt werden
Mit der Ausarbeitung eines verbindlichen Aktionsprogramms für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft und der Festlegung quantitativer Reduktionsziele könnte ein erster Schritt hin zu einer effektiven Klimaschutzstrategie geleistet werden. Dabei sollten aus Sicht des NABU folgende Schwerpunkte gesetzt werden:
1.Schutz von bestehenden Kohlenstoffspeichern (Moore und Dauergrünland) und Renaturierung bzw. Vernässung von Moorflächen
2.Umsetzung multifunktionaler Maßnahmen zur Minderung von Stickstoffemissionen im Bereich Tierhaltung und Düngermanagement
3.Verstärkte Humusförderung und Kohlenstofffixierung in landwirtschaftlich genutzten Böden
4.Verstärkte Umstellung auf Ökolandbau und Forschung zur Effizienzsteigerung
Die NABU-Studie „Klimaschutz in der Landwirtschaft – Ziele und Anforderungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen“ stellt eine wichtige Grundlage zur Bewertung und Weiterentwicklung der bestehenden politischen Instrumente auf nationaler und europäischer Ebene dar. Im anstehenden Reformprozess der EU-Agrarpolitik muss sich Deutschland vorrangig dafür einsetzen, dass Fördermittel künftig nur noch für öffentliche Güter ausgegeben werden, zu denen insbesondere der Klimaschutz gehört. Die Bundesregierung sollte die Chance nutzen, die Verhandlungen in Brüssel aktiv mitzugestalten und den Klimaschutz konsequent in die Agrarpolitik zu integrieren.
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