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VCD fordert Maßnahmenpaket zur CO2-Minderung im Verkehrssektor (08.05.2007)

In Deutschland, so der VCD, sei der CO2-Ausstoß im Verkehr seit 1990 um etwa fünf Prozent gestiegen, während die CO2-Emissionen in allen anderen Sektoren sanken. Dies sei vor allem auf die starke Zunahme des Lkw- und Flugverkehrs sowie auf die wachsende Zahl von schweren und PS-starken Pkw zurückzuführen.
VCDDer Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) hat anlässlich der Veröffentlichung des dritten UN-Weltklimaberichts von der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für mehr Klimaschutz im Verkehr gefordert. Nach Angaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Verkehr seit 1970 um 120 Prozent zugenommen − und damit fast doppelt so stark wie die Emissionen aus der Industrie. Laut IPCC-Bericht gefährdet das hohe Wachstum des Verkehrs den Effekt notwendiger Klimaschutzmaßnahmen in diesem Bereich.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: „Der unbegrenzte Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr konterkariert anderweitige Bemühungen für mehr Klimaschutz. Die Bundesregierung muss jetzt entschieden anpacken, um endlich auch im Verkehr die CO2-Emissionen dauerhaft zu senken. Oberstes Ziel muss es sein, klimaschädlichen Verkehr zu vermeiden, ihn auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu verlagern und die Effizienz aller Verkehrsmittel zu erhöhen.”

Seien 1970 noch rund 15 Millionen Pkw auf der Straße unterwegs gewesen, so gebe es heute schon über 46 Millionen Autos in Deutschland. Dabei habe auch Gewicht und Leistung der Pkw zugenommen, was Fortschritte beim Bau spritsparender Motoren zunichte mache. Beim Güterverkehr habe es eine deutliche Verlagerung zu Ungunsten der Schiene gegeben. So betrage der Anteil des Lkw-Verkehrs an der gesamten Güterverkehrsleistung mit 70 Prozent heute doppelt so viel wie 1970. Der Anteil des Gütertransports auf der Schiene sei gleichzeitig um die Hälfte gesunken. Der klimaschädliche Flugverkehr wachse jährlich um fünf Prozent.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Der Verbrauch von neuzugelassenen Pkw muss bis 2016 halbiert werden. Wichtige Voraussetzung dafür ist ein EU-Grenzwert für Neuwagen von 120 Gramm CO2 pro Kilometer ab 2012, ohne die Anrechnung von Biokraftstoffen. Die Bundesregierung ist gefordert, noch während ihrer Ratspräsidentschaft hier Weichen zu stellen. Auch eine CO2-basierte Kfz-Steuer, die Spritfresser stark belastet, sowie ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen sind für mehr Klimaschutz unabdingbar.”

Zudem müssten der öffentliche Nah- und Fernverkehr gefördert und Rad- und Fußwege ausgebaut werden, damit der Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel attraktiver werde. Um den Güterverkehr auf die Bahn zurückzuverlagern, sollte die Lkw-Maut schrittweise erhöht und auf alle Landstraßen ausgeweitet werden. Die Schieneninfrastruktur müsse verbessert und der Marktzugang für Transportunternehmen erleichtert werden. Um die klimaschädliche Wirkung des Flugverkehrs einzudämmen bedürfe es unter anderem der Einführung einer Kerosinsteuer sowie der Einbindung des Flugverkehrs in den Emissionshandel.

Download Download VCD-Materialien Klima und Verkehr (1 MB).


Quelle: VCD


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