Im Rahmen der UN-Klimakonferenz stellten das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) am Donnerstag die Klima-Informationsplattform "ci:grasp" (Climate Impacts: Global and Regional Adaptation Support Platform) vor.
"Die Kernidee unserer Web-Plattform ist es, neueste wissenschaftlich fundierte Informationen bereitzustellen, die Entscheidungsträger unterstützen, Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen auf regionaler Ebene wirksam umzusetzen", sagt Jürgen Kropp, Leiter der Nord-Süd-Forschungsgruppe am PIK, die die Plattform aufbaut. Der wissenschaftliche Ansatz der Plattform stelle sicher, dass begrenzte finanzielle Mittel effizienter eingesetzt und dort investiert würden, wo sie die größten positiven Effekte erzielen, so Kropp.
Die Klimaplattform wurde auf einem Side Event, einer öffentlichen Begleitveranstaltung, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf der UN-Klimakonferenz vorgestellt. Verschiedene Diskussionsbeiträge betonten die Notwendigkeit eines solchen Service. Lokale Entscheidungsträger seien zwar Multiplikatoren von Klimawissen, aber oft selbst nicht in der Lage, aus der Fülle von Informationen das Wesentliche herauszufiltern, hieß es von Jan-Peter Schemmel Projektleiter auf Seiten der GTZ. Syamsidar Thamrin, Rednerin auf dem Side Event und stellvertretende Direktorin der Abteilung Klimawandel des Umweltdirektorats im indonesischen Entwicklungsministerium sagte: "Die web-basierte Plattform ci:grasp bietet uns die Möglichkeit, die vielfältigen Einzelteile des Anpassungspuzzles zusammenzusetzen und erleichtert es Entscheidungsträgern, die lokal relevanten Informationen zu finden."
Jan-Peter Schemmel betonte, dass das neue Informationswerkzeug nicht nur eine Sammlung von Daten sei. "Die besondere Stärke der Plattform besteht darin, dass sie aus verschiedenen Teilen der Welt sowohl Erfahrungswissen zu den Auswirkungen des Klimawandels als auch zur Anpassung daran sammelt und aufbereitet wieder zur Verfügung stellt", sagte er.
Das Projekt ci:grasp startete bereits Ende 2008 und beteiligt in der ersten Phase ausgewählten Schwellen- und Entwicklungsländer, darunter etwa Brasilien, Indonesien, Philippinen und Tunesien. Langfristig soll eine web-basierte offene Plattform entstehen, die weltweit standardisiert Wissen über Klimawirkungen und Klimafolgen aufbereitet.
Da vielerorts bereits oft Erfahrungen, etwa im Umgang mit Extremereignissen wie Hitzewellen, bestehen, sollen diese ebenfalls in die Plattform integriert und so dargestellt werden, dass auch andernorts Entscheidungsträger davon profitieren können. Durch eine solche Wissensteilhabe können auch Kosten gespart werden. "Unsere Projektpartner in der GTZ unterstützen uns dabei durch ihr weltweites Netzwerk zu Entscheidungsträgern vor Ort", sagt der Projektleiter am PIK Jürgen Kropp. ci:grasp ist ein gemeinsames Projekt des PIK und der GTZ und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
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