Gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt arbeiten sie federführend an zwei Teilberichten mit, die 2013 beziehungsweise 2014 erscheinen werden. Das IPCC hat die Aufgabe, den Zustand des Klimasystems und seine Auswirkungen auf die menschlichen Gesellschaftssysteme festzustellen und Möglichkeiten der politischen Gegensteuerung zu benennen.
Prof. Dr. Peter Lemke, der als koordinierender Leitautor bereits am 2007 erschienenen, vierten IPCC-Report mitgearbeitet hat, wird dieses Mal als Gutachter (Review Editor) tätig sein. Er ist in der Arbeitsgruppe 1 (Physikalische Grundlagen) verantwortlich für das Kapitel über die von Eis bedeckte Erdoberfläche - die so genannte Kryosphäre. „Ich freue mich sehr über meine Berufung und das damit entgegengebrachte Vertrauen. In meiner neuen Funktion im Begutachtungsprozess möchte ich dazu beitragen, auch für den neuen Weltklimabericht den bewährten hohen wissenschaftlichen Standard zu gewährleisten“, so der renommierte Klimawissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. „ Ich bin überzeugt, dass der IPCC-Report eines der zuverlässigsten Beratungswerkzeuge für politische Entscheidungsträger ist“, so Lemke weiter. Er beschäftigt sich bereits seit den 1970er Jahren mit der Beobachtung von klimarelevanten Prozessen in Atmosphäre, Meereis und Ozean und insbesondere mit deren Wechselwirkungen.
Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner wird in der Arbeitsgruppe 2 (Auswirkungen, Anpassungen und Schadenspotential) als koordinierender Leitautor für das neue Kapitel Ozeanökosysteme tätig. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere werden im fünften IPCC-Bericht einen höheren Stellenwert als zuvor einnehmen. Als Autor von mehr als 210 wissenschaftlichen Fachartikeln beschäftigt sich Pörtner mit den Anpassungspotentialen und ‑strategien von Tieren an sich ändernde Umweltbedingungen im Ozean. Sie müssen nicht nur auf steigende Wassertemperaturen reagieren, sondern auch auf die zunehmende Versauerung der Ozeane durch höhere Kohlendioxidkonzentrationen und auf verstärkten Sauerstoffmangel. „Ich bin stolz auf die Berufung, weil sie zeigt, wie international anerkannt die fächerübergreifende Forschung des Alfred-Wegener-Instituts auf dem Gebiet der Ozeanversauerung ist“, freut sich der Biologe über seine Berufung. Sie erfolgte wie bei allen Mitwirkenden durch den Weltklimarat (International Panel on Climate Change, IPCC) aufgrund der Nominierung durch nationale Gremien – in Deutschland durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Der fünfte IPCC-Bericht soll neben den physikalischen Grundlagen insbesondere die sozioökonomischen Auswirkungen des Klimawandels und die daraus resultierenden Konsequenzen für eine nachhaltige Entwicklung thematisieren. Dazu werden verstärkt die regionalen Aspekte des Klimawandels untersucht und Wege gesucht, sich dem Klimawandel anzupassen beziehungsweise seine Auswirkungen zu vermindern. Wichtige Querschnittsthemen sind hier unter anderem der Wasserhaushalt im System Erde, der globale Kohlenstoffkreislauf inklusive Ozeanversauerung sowie Eisschilde und Meeresspiegelanstieg. „Dies sind Kernthemen der Forschung am Alfred-Wegener-Institut. Außerdem sind gerade die regionalen Auswirkungen des Klimawandels ein Schwerpunkt, dem sich die Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Verbund REKLIM (regionale Klimaänderungen) verstärkt widmet“, so Lemke, der den Ende 2009 gegründeten Helmholtz-Verbund leitet.
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