Damit wird die Erdsystemforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft mit den drei Zentren Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam, Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven und IFM-GEOMAR in Kiel zusammengeführt.
In einer ersten Reaktion sprach IFM-GEOMAR Direktor Professor Peter Herzig von einer für ihn zu diesem Zeitpunkt überraschenden politischen Weichenstellung. „Leider sind wir über Zeitpunkt und Inhalt der Pressekonferenz nicht vorab informiert worden“, so Professor Herzig. Jetzt gelte es aber, die Rahmenbedingungen einer möglichen Aufnahme in die Helmholtz-Gemeinschaft zu diskutieren.
„Oberstes Gebot muss für uns dabei sein, die Exzellenz in der Meeresforschung, die wir über Jahre gemeinsam mit der Universität Kiel aufgebaut haben, nicht zu gefährden, erläuterte Herzig. „Dabei gibt es für uns zwei unabdingbare Vorraussetzungen“, so Herzig weiter.
Zum einen sei es unverzichtbar, dass dem IFM-GEOMAR die volle Antragsberechtigung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten bleibe. Dies ist bei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft nicht im vollen Umfang gewährleistet. Das IFM-GEOMAR belegt seit mehreren Jahren bei der Einwerbung von DFG-Drittmitteln den Spitzenplatz unter allen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Im Jahr 2009 kamen 35% (9.3 Mio. Euro) der Gesamtdrittmitteleinnahmen des Institutes (26.6 Mio. Euro) von der DFG. Dazu zählen neben den Leuchtturmprojekten, dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und zwei Sonderforschungsbereichen, die gemeinsam mit der Universität Kiel durchgeführt werden, auch signifikante Einnahmen über das sogenannte „Normalverfahren“ der DFG.
„Sollten wir diese Möglichkeit verlieren, so wäre die Leistungsfähigkeit unserer Forschung extrem gefährdet. Dies hätte nicht nur für uns, sondern auch für die Meeresforschung in Schleswig-Holstein und in Deutschland negative Konsequenzen“, so Professor Herzig.
Darüber hinaus müsse der Status des IFM-GEOMAR als Institut „an der Universität Kiel“ mit den sich daraus ergebenen Konsequenzen wie dem dienstrechtlichen Verhältnis der Professorinnen und Professoren (Professoren der Universität Kiel, abgeordnet an das IFM-GEOMAR) erhalten bleiben.
„Mit diesen beiden zentralen Punkten werden wir in Gespräche mit den Zuwendungsgebern gehen, um grundsätzliche Nachteile für das Institut zu vermeiden“, so Herzig.
Das IFM-GEOMAR sei eine der weltweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung und eines der drei großen Institute in Europa. „Wir werden alles daran setzen, die internationale Reputation, die wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben, noch weiter zu stärken. Wir stellen uns der neuen Herausforderung und hoffen in Zukunft noch stärkere Impulse für die Meeresforschung setzen zu können“, so Professor Herzig abschließend.
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