Hamburg/Kiel - Wind und Solar werden für die zukünftige Energieversorgung eine immer bedeutendere Rolle spielen. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch der EU auf 20 Prozent gesteigert werden. „Um das verbindliche Ziel der EU zu erreichen, ist ein Marktwachstum der erneuerbaren Energien insgesamt von mindestens 7 Prozent pro Jahr notwendig.
Das tatsächliche Wachstum bei Wind und Solar in den nächsten Jahren wird deutlich darüber liegen“, so Jürgen H. Lange, stellvertretender Leiter des Unternehmensbereiches Energy der HSH Nordbank. „Wir werden in diesem Segment, das zum Kerngeschäft der Bank gehört, auch künftig profitabel Geschäfte machen.“
Ein Ende des Booms der Branche ist nicht abzusehen, insbesondere da die Vorräte an fossilen Brennstoffen begrenzt sind und deshalb wieder teurer werden. Zudem kommen bei konventionellen Energien künftig CO2-Abgaben und andere Umweltkosten hinzu. Darüber hinaus wollen sich die EU und andere Staaten sukzessive von Öl-, Gas- und Kohleimporten unabhängiger machen.
Die bedeutendsten Bereiche der erneuerbaren Energien sind Wind- und Solarenergie, die wettbewerbsfähiger werden, so dass die zunächst noch erforderlichen Anschubinvestitionen langfristig obsolet werden. „Norddeutschland ist ein herausragender Standort, viele führende Unternehmen sind hier angesiedelt. Nicht zuletzt deshalb begleiten wir seit 20 Jahren erfolgreich die Projektfinanzierung und haben uns dank unserer Branchenkenntnis eine führende Position erarbeitet“, so Jürgen H. Lange.
„Im Wind Onshore-Bereich ist in Deutschland und Europa noch sehr viel Potenzial vorhanden“, sagt der Energie-Experte. Zuletzt hatte die HSH Nordbank einen Windpark in Hamburg-Altenwerder finanziert. Die Firma Enercon aus Niedersachsen, deutschlandweit Marktführer, hatte hier die derzeit leistungsstärksten Windkraftanlagen der Welt errichtet. Die beiden Anlagen können zusammen rund 10 000 Vier-Personen Haushalte mit Strom versorgen.
Auch im Offshore-Bereich ist die HSH Nordbank aktiv. Sie ist Mitgründerin der Stiftung Offshore Windenergie, an der Finanzierung des Offshore Projektes Q7 (heute Princess Amalia) vor der holländischen Küste beteiligt, hat Beratungsmandate und arbeitet in einem Bankenkonsortium an der Projektfinanzierung eines deutschen Offshore Projektes. Allein die in Deutschland genehmigten Offshore-Windparks machen ein Investitionsvolumen von ca. 26 Mrd. Euro aus. Die Investitionssumme der insgesamt in Europa vorgesehenen Offshore Windparks liegt bei mehr als 400 Mrd. Euro.
Der Solarsektor ist ebenfalls mit Unternehmen in der Region vertreten, zu denen die HSH Nordbank langjährige Geschäftsbeziehungen pflegt. Die Bank ist zudem Gründungsmitglied der Desertec Industrieinitiative (Dii). Im Rahmen der Dii soll bis 2050 ein substantieller Anteil der europäischen Stromversorgung durch CSP-Kraftwerke in Nordafrika erzeugt werden. „Der Bereich Concentrating Solar Power (CSP) bietet aufgrund der wirtschaftlichen Speicherfähigkeit dieser Energie eine hochinteressante Perspektive“, meint Jürgen H. Lange.Die HSH Nordbank begleitet ihre norddeutschen und internationalen Kunden in deren europäische Zielmärkte.
Das europäische Portfolio der Bank von rund 3 Mrd. Euro umfasst derzeit rund 150 Projekte – wovon zwei Drittel auf den Windbereich und ein Drittel auf den Solarbereich entfallen. Länderschwerpunkt des aktuellen Portfolios sind Deutschland, Frankreich, Polen und Spanien. Zukünftig wird die HSH Nordbank vor allem Projekte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien finanzieren.
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