Rund 4500 Teilnehmer aus aller Welt nehmen auf der Bonner Vorbereitungskonferenz bis Ende nächster Woche einen neuen Anlauf für ein Abkommen. Nach dem Fehlschlag von Kopenhagen Ende 2009 ist aber auch in Cancún noch nicht mit einem verbindlichen und umfassenden Abkommen zu rechnen. Sowohl UN-Klimachef Yvo de Boer wie auch Umweltorganisationen plädieren inzwischen wegen der weitgehend festgefahrenen Verhandlungslage für pragmatische Teillösungen.
In einigen Bereichen wie etwa bei der Anpassung ärmerer Länder an die Folgen des Klimawandels oder dem Waldschutz gebe es schon relativ weit fortgeschrittene Ergebnisse, sagte Klimaexpertin Kathrin Gutmann von WWF International. Es müsse darauf hingearbeitet werden, sie in Cancún zum Abschluss zu bringen. «Mit solchen Bausteinen könnte ein neuer Weltklimavertrag Stück für Stück aufgebaut werden.»
In Bonn streiten die Klima-Diplomaten um eine Textvorlage für die Minister-Verhandlungen in Cancún. In den nächsten Tagen soll aus einem ersten Entwurf eine überarbeitete Version entstehen, bei dem Einwände und Vorschläge einiger Länder berücksichtigt werden sollen. Noch keine neuen Zahlen wurden beim Kernstreitpunkt Minderung der Treibhausgase präsentiert.
Auf positive Resonanz bei Entwicklungsländern stieß die Zusage der EU, mit der Auszahlung von 2,4 Milliarden Euro Soforthilfe für den Klimaschutz in ärmeren Ländern zu beginnen. Ein ähnliches Echo fand die Zusage Norwegens, eine Milliarde US-Dollar (800 Millionen Euro) für den Regenwald-Erhalt in Indonesien zur Verfügung zu stellen.
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